Forschungsstelle Werteerziehung und Lehrerbildung
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Erasmus+ Projekt EUREDIE

European Researcher Development and Engagement for Interculturality and Equity

01.02.2022 – 31.01.2024

„European Researcher Development and Engagement for Interculturality and Equity (EUREDIE)“ ist ein Erasmus+ Projekt, an dem die Forschungsstelle für Werteerziehung und Lehrer:innenbildung seit Februar 2022 als eine von drei internationalen Partnerorganisationen (LMU, Evora Universität (Portugal) und Universität Istanbul-Cerrahpaşa (Türkei)) teilnimmt. Wie der Name des Projekts zum Ausdruck bringt, stehen im Fokus des Projekts Forschungen zu Interkulturalität und Sprachbildungsforschung; die Zielgruppe bilden Nachwuchsforscher:innen.

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Die heutige Welt ist geprägt von Vielfalt in ihren vielen Formen, die weltweit ein wiederkehrendes Merkmal der alltäglichen Erfahrungen und sozialen Interaktionen der Menschen ist. Sie taucht in einer Vielzahl von Kontexten auf, die von ethnischer Zugehörigkeit und politischer Ideologie bis hin zu Bildung und Kultur reichen, und ihre schiere Präsenz macht es notwendig, sie anzuerkennen und sich mit ihr zu befassen. Die herausfordernden Diskrepanzen zwischen Mehrsprachigkeit und sozialer Diversität, wachsender Transnationalität und Interdependenz sowie verbreiteter Digitalisierung auf der einen Seite und stetig wachsenden sozialen Konflikten, Ungleichheit, Ausgrenzung und Antagonismen auf der anderen Seite. Im Zentrum dieser Divergenz steht das Konzept der Interkulturalität als Anknüpfungspunkt an die globale Frage nach Inklusion, Diversität, Gleichheit und Gleichberechtigung. Interkulturalität wird sowohl in den Ausbildungs- als auch in den Forschungsaktivitäten einer Vielzahl von Disziplinen in Hochschuleinrichtungen in der Europäischen Union und vielen anderen Ländern der Welt immer akuter. Das wird vor allem aufgrund der seit langem bestehenden Idee der Untrennbarkeit von Sprache und Kultur als eine unabdingbare Voraussetzung der Sprachausbildung angesehen, die in der europäischen und internationalen Bildungs- und Forschungspolitik, in Strategien und Programmen konsequent vertreten ist.


Interkulturalität, die zum alltäglichen Vokabular verschiedener Disziplinen gehört, ist ein Feld, dessen Grenzen und Dynamik sich zwischen verschiedenen Interpretationen, zahlreichen theoretischen und methodologischen Perspektiven und Modellen bewegen. Im Bereich der Sprachausbildung ist sie von besonderer Bedeutung, da sie sich sowohl auf sprachliche als auch auf pädagogische Ziele beziehen kann und nicht isoliert, sondern in Verbindung mit verwandten Themen und Disziplinen erforscht werden muss. Die Wahrnehmung der Interkulturalität in all ihrem Potenzial und die Annahme eines innovativen und transnationalen Ansatzes für die berufliche Entwicklung von Nachwuchswissenschaftler:innen mit Hilfe des Interkulturalitätskonzepts wird sich auf die auf Vielfalt ausgerichtete Forschung in diesem Bereich, auf das durch die Forschung gewonnene Wissen und auf den globalen Dialog über Interkulturalität mit einem Netzwerk unterschiedlicher Forschergruppen auswirken. In diesem Sinne ist das EUREDIE-Projekt darauf ausgelegt, auf die zunehmenden Bedenken hinsichtlich Inklusion, Gleichberechtigung und Gleichstellung zu reagieren, indem es einen inklusiven, zugänglichen und nachhaltigen Weg für die Entwicklung und das Engagement von Forschern durch einen interkulturellen Ansatz für eine vielfältige Gruppe von Nachwuchsforscher:innen vorschlägt, die in der Sprachausbildung in Europa tätig sind.

Hauptziele des Projekts

  • Einen umfassenden und pluralistischen Überblick über den Bereich der Interkulturalität mit einem ausschließlichen Schwerpunkt auf den Überschneidungen mit der Sprachbildungsforschung geben, mit dem spezifischen Ziel, den Wissensbereich der Interkulturalität zu überprüfen, wobei der Schwerpunkt auf den wichtigsten theoretischen und methodologischen Denkansätzen der Interkulturalität liegt, und die verschiedenen Bedeutungen der Interkulturalität, wie sie von den ECRs (Early Career Researchers) wahrgenommen werden, und ihre forschungsbezogenen Bedürfnisse zu untersuchen;
  • Nachwuchsforscher:innen, die in der Sprachbildungsforschung tätig sind, sollen befähigt werden, eine kritische und reflexive Denkweise zu entwickeln und Forschungsstudien durchzuführen, die sensibel auf die inhärente Vielfalt und die zugrunde liegende Interkulturalität eingehen;
  • Eine nachhaltige Online-Plattform für die kontinuierliche, selbstgesteuerte Entwicklung und Vernetzung von Forschern schaffen.

Ergebnisse

Das vom EUREDIE-Projekt angestrebte Endergebnis ist die Schaffung eines inklusiven, zugänglichen und nachhaltigen Weges für die Entwicklung und das Engagement von Nachwuchswissenschaftlern in der Sprachbildungsforschung, um der zunehmenden sozialen und sprachlichen Vielfalt in der Sprachbildung und -forschung zu begegnen, indem ein interkultureller Ansatz verwendet wird, die Ressourcen und Möglichkeiten, die digitale Technologien heute bieten, genutzt werden und eine partizipative und datengesteuerte Strategie angewandt wird. Um dieses Gesamtergebnis zu erreichen, zielt das Projekt auf die folgenden spezifischen Ergebnisse ab:

  • Offen zugänglicher dreiteiliger Bericht, der auf einer datengestützten partizipativen Überprüfung des Feldes beruht, einschließlich einer Überprüfung der Literatur in ganz Europa in den letzten zehn Jahren, der Wahrnehmungen der Nachwuchsforscher:innen zur Interkulturalität in der Sprachausbildung und einer Analyse ihres forschungsbezogenen Bedarfs;
  • Problem-/Aufgaben-basiertes Online-Studienprogramm, einschließlich einer sechswöchigen Online-Intensiv-Sommerschule mit drei Modulen;
  • Digitale Plattform für die Entwicklung und Vernetzung von Forschern, einschließlich einer selbstgesteuerten E-Learning-Komponente zu den Themen Interkulturalität und Sprachunterricht, eingebetteter interaktiver E-Portfolios, eines Online-Handbuchs sowie eines interaktiven Raums für Diskussionen und Vernetzung.

Die Erarbeitung dieser Ergebnisse schließt dementsprechend folgende Aspekte ein:

  • Ein neuartiger Ansatz zur Bewältigung der zunehmenden sozialen und sprachlichen Vielfalt in der Sprachausbildung und -forschung durch die Verwendung eines interkulturellen Ansatzes, die Nutzung der Ressourcen und Möglichkeiten, die digitale Technologien heute bieten, und die Anwendung einer partizipativen und datengesteuerten Strategie;
  • Ausbau der Kapazitäten für den Aufbau und die Nutzung eines digitalen Ökosystems für die nachhaltige, integrative und leicht zugängliche Entwicklung und Einbindung von Forscher:innen;
  • Mehr Wissen und Bewusstsein für die Rolle der Interkulturalität bei der Förderung der sozialen und sprachlichen Vielfalt und ein größeres Verständnis und Engagement für eine integrative und gerechte Wissensproduktion unter den an der Sprachbildungsforschung beteiligten Nachwuchsforscher:innen.

Die Auftaktsitzung des Projekts, das im Februar 2022 seinen offiziellen Start bekanntgab, wurde vom Koordinierungsteam organisiert und fand im April 2022 in den Räumlichkeiten der Universität İstanbul-Cerrahpaşa unter Beteiligung der Vertreter aller Partnereinrichtungen statt.

Das zweite internationale Treffen der Projektpartner findet am 8./9. Dezember 2022 unter der Betreuung des LMU-Teams in den Räumlichkeiten der LMU statt.

Weitere Informationen sind auf der Website von Erasmus+ zu finden.

Ansprechpartnerinnen

Prof. Dr. Sabine Anselm
Dr. Nazli Cihan
Sophie Schuhmacher

Studentische Hilfskräfte im Projekt: Miriam Roßmanith, Katharina Weber